Der Tempelbau, ein so genannter Monopteros (griechische Fachbezeichnung für Rundtempel), hatte für die Parklandschaft des Schlossgartens im frühen 19. Jahrhundert vor allem im Zusammenwirken mit dem damals bereits landschaftlich angelegten Grüngarten und dem Schlossgartenpavillon eine besondere architektonische und gartenkünstlerische Bedeutung. Er bildete den Endpunkt einer wichtigen, wechselseitig funktionierenden und nordsüdlich aus-gerichteten Sichtachse zum Grünhausgarten. Der Jugendtempel entsprach dabei als "Höhepunkt" und "Zierde" der Gartenlandschaft dem gartenkünstlerischen Zeitgeschmack. Der eigentliche Sinn dieses Tempels war nicht von inhaltlich greifbarer Natur, sondern kann viel eher als verspielte Träumerei beschrieben werden: Vom so genannten Tempelberg aus sind außergewöhnliche Blickbeziehungen zum Greenhouse-Garten und zum Faulen See erlebbar. Der kleine Gartentempel nach Plänen des Hofbaumeisters Johann Georg Barca entstand in Analogie zum Fachwerkbau des Schlossgartenpavillons, einem ebenfalls aus Holz errichteten Bauwerk.

Das Tragwerk besteht aus insgesamt acht ringförmig angeordneten, etwa drei Meter hohen Säulen sowie einem darüber befindlichem Gebälk (Architrav) in toskanischer Säulenordnung. Die Säulen ruhen auf einer Plattform, aus Postaer Sandstein, der umlaufend über drei massive Sandsteinstufen betreten werden kann.

Das Kuppeldach hat außen eine haubenförmige Gestalt mit leicht geschweiftem Umriss. Die Dachfläche ist im oberen Teil konvex und im untersten Teil leicht konkav geformt. Die innere Kuppel der Bohlenbinderkonstruktion ist als Halbkugel in Rabitzputz ausgebildet und spiegelt dabei die äußere Dachform nicht wider. Dieser Kuppelform wird eine besondere Akustik zugeschrieben. Dies wurde aus vergangener Zeit berichtet, als im Tempel kleine Gartenkonzerte gegeben wurden.

Im Gegensatz zur ursprünglich reinen Holzkonstruktion erhalten die acht Holzsäulen stabile Kerne in Form von Stahlprofilen, die in den umlaufenden Ringbafken eingespannt werden. Die Fundamentplatte unter dem Sandsteinboden und das umlaufende Streifenfundament sollen in Stahlbeton errichtet werden. Die Holzsäulen in toskanischer Ordnung entsprechen in ihrer Form und Proportion genau denen des kurz zuvor im Jahre 1816 errichteten Schlossgartenpavillons. Auch die geplante Farbgebung des Monopteros ist an die Farbigkeit des Schlossgartenpavillons angelehnt, für die historische Farbbefunde vorliegen.

Als dekorativer oberer Abschluss der Kuppe! stellt die Originalzeichnung des Hofbaumeisters Barca eine Kugel dar. Geplant ist als Bekrönung ein vergoldeter Dachspitzenschmuck als getriebene Kupferhohlform.